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Das meint Histo-Couch.de:„Kaiserin Maria Theresias Order und ihre Folgen“

von DANIELA LOISL

Das österreichische Kaiserreich im späten 18. Jahrhundert. Leandro Lovare wächst versteckt bei seiner Urgroßmutter im Bihorgebirge in den Karpaten auf, um ihn vor den Schergen der österreichischen Kaiserin zu schützen. Diese hatte angeordnet, dass alle Zigeunerkinder im Alter von 5 Jahren ihren Eltern weggenommen und bei Bauern untergebracht werden sollen, um zu rechtschaffenen Bürgern erzogen zu werden.

Seine Urgroßmutter bringt ihm alles bei, auch die uralten Traditionen der Zigeuner gibt sie an ihn weiter. Als die alte Frau stirbt, versucht Leandro seine Familie zu finden und kommt beim Rebellenführer Horea und seiner Frau unter, die ihn wie ein leibliches Kind aufnehmen. Als Horea getötet wird, wird er von Soldaten festgenommen, die ihn aufgrund seiner Schnelligkeit Tayfun nennen. Leandro jedoch kann fliehen und trifft auf den ehemaligen Soldaten Tom Held, der mit seiner Frau eine ganze Diebesbande in Wien unterhält.

Ungewöhnlicher Schauplatz außergewöhnliche Protagonisten

Wie schon in ihrem Debütroman Leeres Versprechen hat die Autorin Evelyn Barenbrügge auch diesmal eine Zeit und einen Schauplatz fern des üblichen Mainstreams gewählt und hat gut daran getan. Erzählt wird in zwei Erzählsträngen, die sich letztendlich miteinander vereinen.

Leandro Lovare ist ein kleiner Zigeunerjunge, der mit seiner Urgroßmutter versteckt in einer Höhle in Rumänien lebt. Mit ihm durchstreift man das Bihorgebirge, lauscht den weisen Worten einer alten Zigeunerin, kuschelt mit seinem Weggefährten, dem Eichkätzchen Mika, und macht sich letztendlich auf die Suche nach seiner Schwester und Familie.

Und dann ist da noch Tom Held, der an der oberösterreichischen Eisenstraße aufwächst und das harte Leben und die Lieblosigkeit seiner Eltern nicht mehr ertragen kann. Toms Vater ist ein Säufer und Taugenichts und seine Mutter ist mit seinen Geschwistern überfordert. So beschließt Tom, das heimatliche Dorf zu verlassen und zieht mit den Soldaten nach Wien.

Was diese beiden Jungen im engeren Focus Leandro schon in ihrem jungen Leben alles erfahren und durchleben und wie sich ihre Wege letztlich kreuzen, erzählt Barenbrügge in ihrem zweiten historischen Roman.

Mit klarer, schnörkelloser, beinahe glatter Sprache, vermittelt sie ein Bild vom Leben in der Zeit Maria Theresias, wie gute und erfahrene Autoren des Genres es nicht hätten besser machen können.

Das damalige Leben: greifbar, spürbar, realistisch und unbeschönigt

Hat man schon Leeres Versprechen von der Autorin gelesen, so weiß man, dass ihre Stärken darin liegen, ihre Figuren lebensnah, mit immenser Empathie und Feingefühl zu erschaffen, was der Erzählung auch Tiefe verleiht und aus einem banalen Roman eine Geschichte mit großem Nachhall macht.

Mit Leonardo fiebert, trauert und hofft man ebenso mit wie mit Tom. Mit Tom, der sich lange Zeit als Soldat verdingt, erlebt man Kämpfe, Schmerz, Verwundung und Tod so lebendig mit, dass man zart besaitete Gemüter vorwarnen muss, dass es mitunter auch sehr brutale, aber gleichzeitig eben sehr realistisch dargestellte Szenen gibt.

Es sind die vielen kleinen Details, die die Autorin dem Leser die damalige Zeit so authentisch vor Augen führen lässt. Dass Hoffnung, Freude, Leid und bittere Enttäuschung oft sehr eng beieinanderliegen, lässt Barenbrügge Leandro ebenso spüren wie Tom. Dem Leser gelingt ein Identifizieren mit den Figuren mühelos und die Handlungen sind stets nachvollziehbar. Die Figuren haben ihre Stärken und Schwächen und generell ist es eine charakterliche Vielfalt an Darstellern, auf die man trifft, die aus dem Buch ein cineastisches Ereignis machen.

Mit Tayfun hat Evelyn Barenbrügge die hohe Messlatte, die sie mit ihrem Erstling vorgegeben hat, sehr wohl erreicht, wenn nicht gar überflogen. Wieder steht das Leben des einfachen Volkes im Zentrum, das unter der Willkür der Obrigkeit leidet. Die Autorin schafft Figuren und Begebenheiten, die einem im Gedächtnis haften bleiben. Man kann nur hoffen, dass ihre Kreativität weiter anhält und sie mit ihren künftigen Büchern das hohe Niveau hält.

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Von Amazon Kunde am 19. Oktober 2015


Zwei x lesen, bevor ich eine Rezension abgebe ist schon allein deshalb bezeichnend, weil kein Mensch ein Buch 2 x liest, wenn er es nicht mag. Zur Handlung steht genug in den anderen Rezensionen. Sie gewinnt ihren Spannungsbogen aus der wenig bekannten Historie, verzichtet aber auf allzu vordergründige Effekthascherei. Das macht die Figuren lebensechter, als in den meisten Romanen. Supertramps oder schräge Vögel mit Nehmerqualitäten von Preisboxern gibt es im historischen Genre bis zum Erbrechen. Mutig und erfrischend anders. In zwei oder drei Jahren lese ich es zum 3. x.

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Schicksalhafte Begegnungen im 18. Jahrhundert7. Juni 2015
Von 


Tayfun erzählt die Geschichte der Zigeuner im 18. Jahrhundert in Ungarn, unter der Regierung von Maria Theresia. Vom Leben dieser Menschen, von ihren Sitten und Gebräuchen und von ihrem Schicksal. Es beginnt im Jahre 1773, der Leser lernt zunächst die Eltern von Leandro Lovare kennen, ist bei seiner Geburt dabei und muss miterleben, wie ein neues Gesetz es den Zigeunern verbietet, ihre Kinder aufwachsen zu sehen. Der Vater schafft es, seinen Jungen im Wald, gemeinsam mit der Urgroßmutter zu verstecken. Leandro kann so unbeschwert aufwachsen, zwar ohne Familie dafür aber frei.
In einem zweiten Handlungsstrang erzählt Barenbrügge dann aus dem Leben von Tom, einem armen Bauernjungen. Tom ist zwölf Jahre alt, als er beschließt, die Heimat zu verlassen und in der Armee sein Glück zu machen. Bald schafft er es aufgenommen zu werden und bekommt eine Ausbildung. Durch ihn lernt der Leser die Seite der Armee kennen. Tom sein Schicksal ist nicht weniger spannend wie das von Leandro. Lange Zeit laufen die beiden Handlungsstränge nebeneinander her und erst im letzten Drittel des Buches finden sie kurz zueinander, verbinden sich und trennen sich dann wieder. Aber bei Genauerem lesen, merkt man schnell, dass sie vieles gemeinsam haben und ihre Schicksale so unterschiedlich sie auch sind, sich doch ähneln.

In die fiktive Geschichte von Leandro und Tom hat die Autorin wunderbar die historischen Begebenheiten der Zeit mit einfließen lassen. Sie hat Gesetzestexte mit aufgenommen und auch von dem Horeaaufstand, der in dieser Zeit stattfand, erzählt. Die Verbindung von Fiktion und Wahrheit ist ihr gut gelungen, in einem kleinen Nachwort erläutert sie dies auch noch kurz. Es macht Spaß die Geschichte zu lesen. Der leichte und flüssige Erzählstil trägt zu dem dazu bei, dass man schnell mit den Geschichten der Jungen vertraut wird. Einige Begriffe wie zum Beispiel Baba, als Anrede für die Urgroßmutter, mögen auf die Leser fremd wirken, tragen aber dazu bei, dass die Geschichte authentisch wirkt.

Ganz zu Beginn gibt es ein schönes Gedicht, welches extra für dieses Buch geschrieben wurde und sehr schön beschreibt, wie sich die Menschen damals wohl gefühlt haben mussten. Mir hat gerade dieses Gedicht sehr gut gefallen. Dann gibt es das Gesetz zu lesen in welchem darüber informiert wird, wie zukünftig mit Zigeuner zu verfahren sei. Dies war informativ und zugleich auch erschütternd. Zigeuner waren danach Menschen, die nichts wert waren und mit denen man im Grunde machen konnte, was man wollte. Mit der Geschichte von Leandro hat die Autorin versucht, diesen Schicksalen ein Gesicht zu geben. Ich finde es ist ihr gelungen.

Aber nicht nur schwere Zeiten machen Tom und Leandro durch, auch finden sie Menschen, die wie sie sind und sie so akzeptieren, wie sie sind. So ist dieser Roman auch ein wenig eine Liebesgeschichte. Der Leser darf dabei sein, wie sich Tom verändert und gerade die Liebe ihn verändert und verantwortungsbewusster macht. Auch Leandro findet eine Frau, mit der er seine Traditionen weiterleben kann. Ihrer beider Schicksal berührt einfach. Es macht Spaß von ihnen zu lesen und am Ende war ich doch ein wenig traurig sie wieder gehen lassen zu müssen, nicht aber ohne die Hoffnung, dass es vielleicht eine Fortsetzung geben könnte. Raum genug für die eigene Fantasie oder eine Fortsetzung hat die Autorin in jedem Fall gelassen.

Veröffentlicht bei Lovelybooks 

fantafee

 

vor 6 Monaten


fantafee

(2)

Tayfun ist der zweite historische Roman von Evelyn Barenbrügge und ist 2015 bei bookshouse erschienen. 

Die Handlung beginnt im ausgehenden 18. Jahrhundert und spielt im Kaiserreich Österreich / Ungarn. Der Zigeunerjunge Leandro Lovare wird, um ihn dem Zugriff der Behörden zu entziehen, direkt  nach seiner Geburt in die Obhut seiner Urgroßmutter Gasko gegeben. Diese zieht ihn in einer abgelegenen Höhle im Bihorgebirge groß und lehrt ihn die Sitten und Gebräuche seiner Sippe. Als seine Baba Gasko im tiefsten Winter stirbt, macht sich der gerade mal 10 Jahre alte Junge auf den Weg seine Familie zu finden. Auf seinem langen entbehrungsreichen Weg findet er Menschen, die ihm gutes tun,  gerät in die Wirren des Bauernaufstandes in Siebenbürgen, wird völlig paralysiert von Soldaten aufgegriffen und in einem Kloster gesund gepflegt. Sein unbändiger Drang seine Familie zu finden und frei zu sein, bringt ihn in die Hauptstadt des Reiches, Wien. Hier lernt er Tom Held kennen, ein Kriegsveteran der kaiserlichen Armee, der sich in Wien als ‚König der Diebe‘ sein heimliches Imperium aufgebaut hat. Tom möchte den Jungen, der mittlerweile wegen seiner Schnelligkeit von allen nur Tayfun genannt wird, bei sich aufnehmen....

Die Geschichte beginnt in zwei getrennten Erzählsträngen der beiden Hauptprotagonisten, Leandro Lovare und Tom Held.

Es beginnt mit der Geschichte um Leandro, wie seine Eltern im Zigeunerlager in Großwardein ankommen, seine Geburt und die Flucht mit seiner Urgroßmutter. Sofort ist man mit im Geschehen und ist neugierig auf das was kommen wird. Es werden passende Begriffe aus der Zigeunersprache verwendet, die sich sehr gut aus dem Kontext erklären lassen und der Erzählung eine gewisse Farbigkeit verleiht. Die Personen sind sympathisch und ihre Beweggründe schlüssig. Für mich ein gelungener Anfang. Mit erwachtem Lesehunger machte ich mich ans nächste Kapitel. Die zweite Hauptperson Tom Held, der zwölfjährige Sohn eines arbeitslosen Säufers und einer überlasteten und kaltherzigen Mutter, der bitter enttäuscht von allen Erwachsenen beschließt sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Leider gestaltete sich die Kennenlernphase mit Tom für mich sehr schwierig. Er wirkte unsympathisch, seine Beweggründe und Reaktionen leicht unrealistisch oder mir nicht logisch. Ich fühlte mich von der Figur distanziert. 

Um so besser fühlt man sich mit Leandro in der Gebirgshöhle. Besonders sein kleiner, quirliger Freund, das Eichhörnchen Miko wächst einem ans Herz. Seite um Seite liest man sich tiefer in die Geschichte, lacht oder weint mit den Menschen. Und die für mich anfänglich holprige Geschichte um Tom Held kommt langsam in Fahrt, und spätestens als dieser das wahre Herz der Frauen entdeckt, hat man ihn ins Herz geschlossen. 
Dass sich die beiden Hauptfiguren irgendwann treffen würden war klar. Dass es aber relativ spät geschieht, hat für mich nur noch die Spannung gesteigert. Raffiniert sind beide Lebensläufe umeinander gewunden. Zeitweise scheint es als würden sich das eine Leben im anderen spiegeln. Schön ist, dass beide zum Ende offene Fragen beantworten können und somit bereit sind für ein neues, sicher aufregendes neues Kapitel. Eine Fortsetzung kann ich mir sehr gut vorstellen. 

Die eingestreuten Zeitungsmeldungen aus der Zeit und das Gedicht schaffen eine angenehme historische Atmosphäre. Beim Lesen wird deutlich, dass die Autorin historische Personen und Ereignisse gründlich recherchiert hat. Für mich sehr interessant, weil ich aus dieser Epoche und geographischen Gegend noch nichts gelesen habe. Wie gewöhnlich, musste ich neben dem Lesen auch ausgiebig im Internet oder in Büchern nach recherchieren, Daten - Fakten - Bilder. So gestaltet sich mein Kopfkino noch detaillierter und farbiger.
Erzählt wird im personalen Stil, einfach und direkt (für Zartbesaitete vielleicht zu nah am Geschehen). Die wörtliche Rede zieht den Leser mitten ins Geschehen, lässt aber manchmal Beweggründe, Gedanken, Zweifel oder innere Kämpfe kaum oder nur schwach erscheinen. Ich hätte gerne mehr von den Personen erfahren und tiefer in ihre Köpfe und Herzen geschaut. Sicher hätte es den Rahmen für diesen jetzt schon 484-Seiten-starken Wälzer gesprengt, aber es ist schade, dass diese historisch interessante Geschichte geradewegs über ihre Möglichkeiten hinweg eilt. So wäre auch mehr Platz gewesen bei Konflikten länger darauf einzugehen. Probleme wurden schon in kürzester Zeit gelöst/aufgelöst. Für mich hätte es weniger historische Entwicklung und dafür mehr innere Entwicklung der Protagonisten sein können; oder gleich eine Trilogie daraus machen. Diesen Band in 1 und 2 geteilt und die von mir erhoffte Fortsetzung in einen dritten.
Das Cover gefällt mir grafisch gut, spiegelt aber durch seine dunklen Farben nicht das Gefühlt wider, das es bei mir hinterlassen hat: farbig, lebhaft, neben drückendem Dunkel helles Licht. Licht und Schatten und viele Farben dazwischen. 

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Tayfun und Tom4. Juni 2015
Von 


Unter den Gesetzen Maria Theresias, die aus den im Reich umherziehenden "Zigeunern" ehrbahre Menschen machen will, entzieht ein Vater dem Staat seinen Sohn. Statt ihn der Willkür, dem Aufwachsen fern seiner Wurzeln in einer Pflegefamilie, auszusetzen, sorgt er dafür, dass sein Nachfolger versteckt aufwachsen und sie Sitten und Gebräuche seines Volkes lernen kann. Gleichzeitig entschließt sich ein Junge den Soldaten zu folgen, die am Hof der Eltern Halt gemacht haben. Er wird aufgenommen, zunächst als Bursche, und wird selbst Soldat ...Zwei vollkommen unterschiedliche Abstammungen, zwei Geschichten, die doch in ihrer Gegensätzlichkeit viel gemeinsam haben. Die beiden Schicksale von Tom Held und Leandro Lovare werden geschickt verwoben und zeichnen so ein eindrucksvolles Bild dieser Epoche.

Was mich an dem Roman fasziniert hat, ist das einfühlsame Nachspüren. Was hat es für die Menschen bedeutet, unter diesen Gesetzen zu leben, nicht länger umherziehen zu dürfen, die Kinder abgeben zu müssen und nicht mehr innerhalb des eigenen Volkes heiraten zu dürfen?
Wie ergeht es Menschen, die plötzlich aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen werden?

Ich bin den beiden Figuren gern in ihre Zeit gefolgt. Die routinierte Sprache, gespickt mit zunächst fremden Begriffen, wie Baba, Gadsche, ... zeichnen ein lebendiges Bild der Verhältnisse.
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Leben im Reich der Habsburger1. Juni 2015
Von 



Das Buch beginnt ungewöhnlich. In einem Gedicht klingt die Suche nach den Wurzeln an.
Darauf folgt eine Ausschnitt aus dem Wiener Diarium, der Wiener Zeitung, von 1773. Kaiserin Maria Theresia hat verfügt, dass Zigeuner nicht mehr heiraten dürfen und ihre Kinder im Alter von fünf Jahren an Bauernfamilien abzugeben sind.
Alexandro ist Zigeuner und Woiwode seiner Sippe. Mit seiner hochschwangeren Frau kommt er in ein Zigeunerlager. Hier werden ihm die Pferde weggenommen. Er darf das Lager nicht mehr verlassen und erfährt von dem Gesetz der Kaiserin. Verzweifelt entscheidet er sich, den neugeborenen Sohn Leandro mit der Großmutter in die Wildnis zu schicken und dort versorgen zu lassen. Die Zwillingsschwester bleibt im Dorf.
Tom ist 12 Jahre. Er wohnt am Rande eines Dorfes und gehört zu den Ärmsten der Armen. Sein Vater verbringt seine Zeit in der Schenke. Schläge sind an der Tagesordnung. Als sich Tom unter die Arbeitssuchenden mischt, wird er abgewiesen. Da bietet sich ihm eine neue Chance. Die Armee braucht Soldaten, und Tom bewirbt sich.
Die Autorin hat einen fesselnden und abwechslungsreichen historischen Roman geschrieben. Lange verlaufen zwei Erzählstränge nebeneinander. Ich darf sowohl Tom als auch Leandro über viele Jahre begleiten. Das Buch lässt sich zügig lesen und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Das lag daran, dass nicht nur die Geschichte der beiden Protagonisten erzählt wird, sondern das diese gekonnt in den historischen Kontext eingebettet wurde. Im Horea-Aufstand stehen die beiden Jungen auf unterschiedlichen Seiten.
Der Schriftstil lässt sich angenehm lesen. Orte und Personen werden ausführlich beschrieben. Ein besonderes Highlight ist die Darstellung der Reise von Leandro durch das Gebirge. Feinfühlig und berührend erzählt, werden Kälte und Gefahren erlebbar. Mit passenden Worten wird das Leben in der Armee wiedergegeben. Gleiches gilt für die Lebensweise, die Mythen und die Gesetze der Zigeuner. Der Autorin gelingt es, durch ihre Wortwahl, den steten Wechsel des Erzählstrangs und überraschende Wendungen den Spannungsbogen konstant hoch zu halten. Dazu kommt, dass ab und an zusätzliche Lebensgeschichten eingeflochten werden. Aussagekräftige Dialoge lassen einen Blick in die Gedankenwelt der Protagonisten zu. Die Autorin lässt beide durch Höhen und Tiefen gehen. Für die Emotionen findet sie schöne Metapher. Angst und Sorge, erste zarte Liebe und Verrat sind nur einige der Elemente, die die Handlung vorantreiben.
Zwei Protagonisten möchte ich noch besonders erwähnen. Der erste wäre Oberst von Pappenberg. Er ist nicht ein Militärangehöriger. Er ist trotz der Brutalität der Kriege Mensch geblieben und hat sich das Mitgefühl für die Schwächeren erhalten. Der zweite ist außergewöhnlich. Es ist das Eichhörnchen Miko, dass Leandro durch die ersten Jahre seines Lebens begleitet, ihm allein durch sein Nahesein Freund und Trostgeber ist.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Ich mag es, wenn die Protagonisten Menschen mit Stärken und Schwächen sind, die sich entwickeln dürfen und durch das Leben geformt werden. Schön und informativ fand ich die vielen kleinen Geschichten, die im Roman eingeflochten wurden.
Sie erlauben einen Einblick auf die Sagenwelt der Völker, ihre Lebensansichten und zeugen von der exakten und ausführlichen Recherche der Autorin.
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Tayfun - Ein Zigeunerleben auf der Flucht26. Mai 2015
Von 
Leandro Lovare,ein kleiner Zigeunerjunge wächst ,von seiner Großmutter versteckt in den Bergen auf .Zur damaligen Zeit wurden den Zigeunern die Kinder mit dem 5.Lebensjahr weg genommen um sie in Pflegefamilien zu anständigen Menschen zu erziehen,doch Leandros Vater wollte das nicht so einfach hinnehmen,zumal Leandro noch eine Zwillingsschwester hat.Fern der menschen lernt Leandro alles was ein Zigeuner wissen sollte bis zu dem tag an dem seine Oma stirbt.Allein auf sich gestellt und mitten im dicksten Winter macht er sich auf seine Familie zu finden .Nur begleitet von seinem Eichhörnchen macht er sich auf den schweren Weg ins Ungewisse Horea,ein Rädelsführer in Siebenbürgen findet ihn und nimmt ihn mit,doch nach dem brutalen Tod seines Ziehvaters verliert Leandro seine Sprache.Er wird von Soldaten mitgenommen und lernt im Heer einen Oberst kennen,der ihn unter seine Fittiche nimmt .Als dieser bei einem Überfall schwer verwundet wird bleibt er mit ihm in einem Kloster zurück und versucht ihn gesund zu pflegen .Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihm und er verliert erneut seine Bezugsperson.Und wieder kreuzt sein Weg den des Soldaten Tom.

Die Wege der beiden Hauptprotagonisten kreuzen sich relativ spät ,doch beide Handlungsstränge sind so spannend geschrieben ,man fiebert mit den beiden mit.Wer sich ein wenig in Geschichte auskennt merkt sehr schnell ,das für dieses Buch sehr gründlich recherchiert wurde und die Fakten zu einem wunderschönen Roman zusammen gefasst wurden.Der Stil ist leicht und flüssig,auch wenn manche Szenen nichts für zarte Gemüter ist ,so war die Zeit und das Leben damals.
Die beiden Hauptfiguren schaffen es spielend einen zu fesseln und mitzunehmen in ihre Zeit,die alles andere als einfach war.
Die eingefügten Zeitungsartikel fand ich eine gelungen Attraktion ,die einem die damalige Zeit sehr anschaulich nahe brachte

Ein gelungener Roman über eine Zeit und ein Leben ,die nicht einfach war.
Ich könnte mir gut vorstellen ,das es eine Fortsetzung gäbe über das Leben von Tayfun und Tom in Amerika
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Ergreifende Familien- und Liebesgeschichte vor historischem Hintergrund5. April 2015
Von 
Die Geschichte eines Zigeunerjungen in einer Zeit, in der die Kinder mit fünf Jahren von ihren Eltern getrennt wurde. Tayfun entging diesem Schicksal - und ich habe mit ihm gefiebert und ihn lesend durch seine ersten Jahre begleitet. Gefesselt, fasziniert und bestens unterhalten.

Zur Story selbst will ich nicht mehr verraten, sondern nur mein Fazit und meine Empfehlung abgeben: Mit Tayfun ist es der Autorin Evelyn Barenbrügge gelungen, mich in eine fremde, faszinierende, streckenweise grauenvolle Vergangenheit zu entführen. Ich bedanke mich ganz herzlich für diese wundervolle Lektüre. Ich gehe lesend eher selten in historischen Welten fremd - umso mehr hat mich diese begeistert. Vom passenden Titel bis hin zur sehr lebendigen Schreibweise. Naturlich gebe ich dafür fünf glänzende Sterne und freue mich schon auf das nächste Buch. Ach ja, ich lese sonst fast nur Psychothriller;-), aber das Fremdgehen hat sich gelohnt. Das wiederhole ich gerne.
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Spannung pur12. März 2015
Von 


Nach "Leeres Versprechen" war ich sehr gespannt auf "Tayfun". Ich glaube, die Autorin hat sich selbst übertroffen. Spannung von der ersten bis zur letzten Seite, habe das Buch (484 Seiten) in nur 2 Tagen gelesen, konnte es nicht aus der Hand legen. Besonders der klare Schreibstil sagt mir sehr zu. Meine Gedanken kreisen immer noch um die Geschichte, als wäre ich dabei gewesen. Weiter so.
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Ein Buch, das mich weit über das Ende hinausträgt - ich bin immer noch gefangen5. März 2015
Von 




Das sehr schöne Cover, das sich angenehm von den weitverbreiteten abgebildeten Frauen unterscheidet, ist mir sofort aufgefallen, der Klappentext hat mich schnell überzeugt - und ich wurde nicht enttäuscht. Ich durfte ein informatives, spannendes und zwischendurch auch humorvolles Kopfkino erleben. Ich spürte die intensive Recherche der Autorin auf fast jeder Seite. Durch Leandro Lovare und seiner Baba (Urgroßmutter) erfuhr ich viel über die Gebräuche der Zigeuner, über ihre Empfindungen und ihr Leben. Am Schicksla von Leandro zeigt die Autorin anschaulich und überzeugend, wie hart die Verordnungen Maria Theresias gerade diese Bevölkerungsgruppe getroffen haben muss. Der wunderbar bildhafte und flüssige Stil der Autorin gefällt mir ausgezichnet. Auch der zweite Protagonist der Geschichte, Tom, gefällt mir sehr gut. Den ersten dramatischen, wenn auch noch unwissenden Berührungspunkt, der beiden Protagonisten in zwei Kapiteln aus beiden Sichtweisen darzustellen, empfinde ich als äußerst gelungen Schachzug der Autorin, die Spannung auf dem Höhepunkt zu halten. Auch wenn die Handlungsstränge relativ spät zusammenführen, waren die Schicksale von Lenadro und Tom derart mitreißend, dass es für mich keine große Rolle spielte, wann sie nun wirklich aufeinandertreffen. Die Intensität der Hinrichtungsszene, die als einzige Szene aus der auktorialen Erzählperspektive geschildert wurde, hat mir wie Leandro im wahrsten Sinn des Wortes die Sprache verschlagen. Mein Fazit: Dieses Buch richtet sich an Leser, die sich einen Sinn für Tiefe, gute Sprache, ausgereifte Charaktere und ein historisches Verständnis bewahrt haben. Diesen kann ich dieses tolle Buch nur empfehlen.
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Von Jürgen Sprengart am 16. Februar 2015
Packend erzählte Story über einen pfiffigen Zigeunerjungen und vieles mehrwunderbar kurzweiliger Roman. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite.
Fantastisch recherchiert und der schnörkelfreie Schreibstil versetzen den Leser in
eine andere Welt. Unbedingt lesenswert.