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Botanischer Garten und Weingüter

Botanischer Garten und Pinguine

An den Osthängen des Tafelberges liegen die weltberühmten Anlagen des Botanischen Gartens Südafrikas. Zu verdanken ist der älteste und größte Park der weisen Voraussicht Cecil Rhodes, der bereits 1895 die Farm Kirstenbosch kaufte und damit das Tafelberggebiet unter Naturschutz stellte. Somit konnte verhindert werden, dass die Hänge mit Häusern reicher Leute zugebaut werden. In dem 528 Hektar großen Park, der von vielen kleinen Wanderwegen durchzogen ist, kommen mehr als 6000 Pflanzenarten vor. Natürlich bekommen wir auf einem kleinen Spaziergang einiges aus der Botanik erklärt. Klaus ist da der große Spezialist. So erfahren wir, dass die Dornen der Akazien eine vielfache Verwendung finden. Besonders beliebt sind die jungen, weichen Dornen, die von den Kindern als Süßigkeit verzehrt werden, weil sie nach Pfefferminz schmecken. Die älteren, schon harten Dornen werden von den Erwachsenen als Zahnstocher benutzt. Allerdings lassen sie die Finger von den Dornen, die am Ansatz eine einen Millimeter feine Bohrung aufweisen. Dann sind im Inneren des Dorns Insekteneier abgelegt.

Von einem Kaktusbaum wird die austretende Milch mit dem Saft einer anderen Pflanze gemischt und von den Buschmännern, den San, als Pfeilgift bei der Jagd verwendet. Ein Tier, das mit diesem Pfeil getroffen wird, kann noch stundenlang weiterlaufen, bevor es tot zusammenbricht. Die Jäger folgen der Spur und nehmen das Tier mit. Das Fleisch können sie trocknen und als Biltong essen oder braten, es passiert nichts. Wenn sie das Fleisch jedoch kochen, wird das Wasser vergiftet.

Ziemlich imposant ist eine alte Cycad-Palme oder Broodboam. Eine große Frucht hängt noch daran. Den Namen Broodboam hat die Palme von den Siedlern bekommen, die 1820 in das Land kamen. Völlig hungrig stießen sie auf den Baum und entdeckten die Frucht. Sie zerrieben ein Stück davon und es roch nach Brot. Sie kochten die Frucht und sie schmeckte wie Brot.

Nach soviel Botanik setzen wir unseren Weg fort und stoßen in der Nähe von Muizenberg wieder an die Küste. Entlang der False Bay fahren wir über Kalk Bay und Fish Hoek nach Simons Town und erreichen Boulders, die Pinguinkolonie. Ein fremdes und ungewöhnliches Bild: Brillenpinguine in Südafrika. Nichts desto trotz sind die Kleinen ziemlich munter und bewegen sich zwar bedächtig an Land, sind dafür umso schneller im Wasser. Gut bewacht werden die Jungtiere, die nie allein gelassen werden. Zwei prächtige Austernfischer laufen aufgeregt am Strand entlang. Das ist ein seltenes Bild, diese Vogelart ist fast ausgestorben. Mit ihren langen roten Schnäbeln stochern sie im Küstensand herum.

Ein fantastisches Mittagessen bekamen wir im Blue Marlin in der Nähe von Boulders. Angefangen mit einer kräftigen Fischsuppe zu einem Kingklipp-Spieß, Eiscreme bis zum Kaffee, war es ein abgerundetes Mahl für gerade einmal acht Euro. Frisch gestärkt fuhren wir in den Nationalpark Cape of Good Hope. Das Vaso-Da-Gama-Monument ließen wir links liegen und machten an der unteren Station des Flying Dutchman halt. Mit dieser Zahnradbahn ließen wir uns zum Fuß des Leuchtturms bringen und ersparten uns mühsames Treppensteigen. Allerdings war es ziemlich windig hier oben und mir hätte es fast die Brille von der Nase geweht. Einige von unserer Gruppe wollten einen Spaziergang zum Kap der Guten Hoffnung machen und wir trafen uns an der Talstation des Fliegenden Holländers. 45 Minuten sollte die Wanderung dauern.

Glücklicherweise hatten wir auflandigen Wind, sonst hätten wir den Weg möglicherweise nicht nutzen können. Der Wind war so stark, dass ich zumindest einige Schwierigkeiten hatte, nicht vom Weg abzukommen. Trotzdem ich immer wieder kämpfen musste, entschädigten grandiose Ausblicke auf die steilen Klippen, die kleinen Buchten und eine tosende Brandung für die Strapazen. Teilweise ging es steil auf- und abwärts und das afrikanische Stufenmaß (Höhenunterschiede zwischen fünf und 30 Zentimetern) machte mir manchmal zu schaffen. Belohnt wurde ich mit einem atemberaubenden Ausblick auf Wellen in salziger Luft und einem Foto am Kap der Guten Hoffnung. Nach sol vielen Eindrücken war die Fahrt an der Küste entlang sehr entspannend. Von der Smitswinkel Bay fuhren wir durch die Berge nach Scarborough. Leider war der berühmte Chapman´s Peak Drive noch gesperrt. Über Wittsand, Kommetjie und Sun Valley fuhren wir nach Hout Bay. Hier gab es dann eine kleine Programmänderung. Da wir am Vortag auf eine Fahrt auf den Tafelberg verzichten mussten, da es die Witterung nicht zuließ und die Gondel außer Betrieb war, fuhren wir nun zum Sundowner auf den Signal Hill. Dieser Berg, der direkt an der Küste vor dem Tafelberg liegt, ist mit einer Kanone bestückt, die heute jeden Mittag um zwölf Uhr einen Schuss abfeuert. Früher wurde sie immer dann abgefeuert, wenn sich ein Schiff dem Hafen näherte. Im Abstand von einigen Kilometern standen weitere Kanonen ins Landesinnere, die dann ebenfalls nacheinander abgefeuert wurden. So wussten die Bauern im Hinterland, wenn ein Schiff im Hafen lag und sie ihre Waren verkaufen konnten. Diese Botschaft war nach einer halben Stunde bei den Bauern angekommen.

Der Ausblick war unbeschreiblich. Im Westen ging langsam die Sonne unter und tauchte den Tafelberg in ein sanftes Licht. Kapstadt lag uns zu Füßen und nur die drei runden großen Hochhäuser störten die Kulisse vor dem Berg. Die Waterfront am Hafen machte von hier oben einen guten Eindruck. Die grünen Kupferdächer stachen aus der Kulisse hervor. Weit draußen, vor der Küste, konnte ich noch die Umrisse von Robben Island sehen, wo Nelson Mandela so viele Jahre im Gefängnis gesessen hatte. Mit einem Glas Sekt ließen wir den Sonnenuntergang auf uns wirken. Das war ein schöner Tagesabschluss.

 

Evelyn Barenbrügge