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Gut versteckt - Stony Point

Stony Point

 

Die Stony Point-Vogelkolonie ist an einer der schönsten und interessantesten Meereslandschaften der afrikanischen Küsten gelegen, nirgends sonst sind hohe Berge so unmittelbar in Küstennähe zu finden. Auf unserem Weg von Hermanus an der Küste entlang entdecken wir diese Kolonie eher zufällig. Wir suchen nach neuen Wegen, um der Küste nahe zu sein und nach Walen Ausschau zu halten. Plötzlich entdecken wir das Schild „Pinguine“, dem wir über ein Straßennetz kreuz und quer durch ein Feriengebiet folgen. Wir sind irgendwo im Nirgendwo, die Gegend nennt sich Draadbaai, und ist auf gängigen Straßenkarten nicht eingezeichnet. Es sind noch Ferien und wir sehen Kinder, die barfuß über die Straßen laufen. Häuser, die keinem architektonischen Stil zu folgen scheinen stehen rechts und links der Straßen. Alle scheinen nur auf eines ausgerichtet zu sein, nämlich einen ungehinderten Blick auf die Bucht zu haben. Es gelingt mehr oder weniger gut. Die Kolonie, so erfahren wir am Parkeingang ist die Heim- und Brutstätte verschiedenartiger Seevögel, deren Zahlen fast alle zurückgehen.

Der Brillenpinguin ist Afrikas einzige Pinguinart, die im Verzeichnis international bedrohter Tierarten, als gefährdet angegeben ist. 1910 gab es noch rund 1,5 Millionen dieser Vögel, 1994 wurde ihre Zahl auf 153 000 geschätzt. Die Hauptgefahren für das Fortbestehen dieser Vogelart sind kommerziell überzogene Fischfangquoten im Küstenbereich, Ölverschmutzung und Verdrängung aus den traditionellen Brutgebieten durch die Westkap-Robben. Bis etwa 1982 waren die Pinguinkolonien auf die südafrikanischen und namibischen Küsteninseln beschränkt. Seitdem haben sich diese Vögel auch bei den Boulders, bei Simons-Town auf der Kaphalbinsel und am Stony Point angesiedelt. Diese neuen Brutstätten sind vergleichsweise klein und liegen von den etablierten Stätten weit entfernt; sie sind aber gerade deshalb für den Fortbestand der Art lebenswichtig, bieten sie doch Schutz gegen die ständige Gefahr der durch illegale Tankerspülungen verursachten Ölverschmutzungen. Alle Pinguinarten sind der Meeresumwelt hervorragend angepasst. Beim Tauchen nach Nahrung dienen die Flügel als Ruder, die mit Schwimmhäuten versehenen Füße als Steuer. Im Schwimmen sind sie den sie bedrohenden Raubtieren weit überlegen, dafür den ländlichen Raubtierfeinden um so mehr ausgeliefert: der gefleckten Ginsterkatze, dem Haushund, dem kleinen grauen Mungo, der großen Dominikanermöwe und dem Menschen.

Pinguine nisten in Erdlöchern oder kleinen, unter Gesträuch oder Felsen ausgehobenen Vertiefungen. Sie paaren sich monogam und lebenslänglich, beide Eltern brüten und füttern gleicherweise. Die Brutperiode dauert von Februar bis Oktober, das Gelege hat in der Regel zwei Eier, die 40 Tage bebrütet werden. Die Fütterung der Küken erfolgt durch Hervorwürgen kleiner Fische und dauert etwa elf Wochen. Die herangewachsenen Küken verlassen das Nest und sammeln sich in Gruppen, wenn die Eltern fischen. Die Mauser findet von November bis Januar statt. In dieser Zeit können die Vögel nicht ins Wasser und müssen mindestens drei Wochen fasten, wobei sie das halbe Körpergewicht verlieren. Pinguine sind schreckhaft, gewöhnen sich aber leicht an Menschen, sofern diese keine Gefahr darstellen.

Auf Stony Point nisten außerdem drei Arten von Kormoranen: Der Weißbrustkormoran, der West Kap Kormoran und der Felskormoran. Und hin und wieder sind auch ägyptische Gänse dort zu sehen. Im dichten Fynbos über den Felsen tummeln sich jede Menge Dassies. Diese so niedlich erscheinenden Nager können ziemlich aggressiv werden, wenn sie sich bedroht fühlen. Nur am Rande können wir eine Auseinandersetzung mitverfolgen. Ein besonderes Schauspiel ist die Fütterung der jungen Pinguine. Wie sie fiepend am Schnabel der Eltern um Nahrung betteln und wie die Eltern bemüht sind, dass alle gleich viel bekommen. Stony Point ist vor kurzem zum Naturschutzgebiet erklärt worden und einen Besuch wert.

© Evelyn Barenbrügge