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Wetter - Feuer und Eis 


Der Winter zeigt sich, überraschend und vielfältig. Während es bei uns in Kapstadt am Dienstag (26.Juni 2007) stürmte und heftige Regenschauer vom Himmel prasselten, brannte in Durban ein Hotel und im Tsitsikamma-National-Park und an der Gardenroute gerieten Brände außer Kontrolle. Trotz des Einsatzes der Löschmannschaften, fünf Tankfahrzeugen und Geländewagen, wurden die Brände immer wieder durch den starken Wind angefacht. Dieser verhinderte auch den Einsatz von zwei Löschhubschraubern, die in der Region stationiert sind. Das Feuer griff aus dem Tal auf große Ananasplantagen über, etwa 500 Hektar wurden zerstört, die südafrikanische Parkverwaltung schätzt hingegen, dass mehr als 800 Hektar Fläche verbrannt sind. Darunter sind auch 50 Hektar Fynbos. Fynbos (gesprochen Feinbosch) ist feinblättriges Buschwerk und Pflanzenarten, die ihre Blattgröße verkleinert haben, um den Wasserverlust zu minimieren. Das befähigt sie, in unwirtlichen und trockenen Gebieten zu überleben. Die drei charakteristischen Pflanzengattungen sind Erikas, Proteen und Restios, Riedgrasgewächse. Der Wind zerstörte Häuser in Oudtshoorn. In Mosselbay wurden 54 Häuser und der größte Teil des Daches der Point Highschool abgedeckt. Hier erreichte der Wind eine Geschwindigkeit von über 100 km/h. Die Schüler können nicht zur Schule, da durch die Zerstörung die Statik nicht sicher ist, das Gebäude droht einzustürzen.

 

In Tsitsikamma geriet das Feuer außer Kontrolle, nachdem Alienvegetation, das sind nicht einheimische Gehölze, auf einem Golfplatz in Brand geraten waren. Das Feuer griff auf den Tsitsikamma-National-Park über. Mehr als 50 Hektar Fynbos und Küstenwald wurden zerstört. Mehr als 400 Meter des Holzweges, der zur Hängebrücke über die Stormrivermündung führt, fielen ebenfalls den Flammen zum Opfer.

 

In Kapstadt wurden Cape Flats in Gugulethu, Browns Farm, Khayelitsha und Phola Park in Philippi überflutet. In Gugulethu zerstörte der Sturm die Behausung von mehr als 500 Menschen. Sie wurden in der nahen Gemeinschaftshalle untergebracht und mit Decken und warmem Essen versorgt. An der Westküste entlang wütete der Sturm ebenfalls und zerstörte in Saldanha Bay in der Nacht 20 Schutzhütten. Der Wind hob die Dächer ab und brachte Wände zum Einsturz. Mehr als 1000 Menschen benötigten Hilfe.

 

Die Kaltfront brachte aber nicht nur Wind und Regen. In Sutherland, einem Ort in der Karoo fiel der erste Schnee und die Temperatur sank auf 1,3 Grad Celsius (28.06.2007). Einen Tag später erreichte der Schneefall Johannesburg, der erste reale Schneefall seit 1981, und sorgte auch hier für die schlimmsten Wetterzustände der letzten Jahrzehnte. Ein Mann starb und mehrere Hundert Menschen in der Provinz Eastern Cape waren in ihren Orten von der Umwelt abgeschnitten. Am Internationalen Flughafen von Johannesburg, dem OR Tambo International Airport, mussten wegen Schnee und Eis viele Flüge abgesagt werden.

 

Es herrschte ein weitverbreitetes Chaos, als die Temperaturen plötzlich auf null Grad sanken und es schneite. Der Schneefall begann am Dienstagnachmittag in den höher gelegenen Vororten und hielt ununterbrochen den ganzen nächsten Tag an. Selbst in den Vorstädten von Pretoria, dort gab es zum letzten Mal 1968 Schnee, setzte leichter Schneefall ein.

 

In Johannesburg starb nach den heftigen Schneefällen am frühen Morgen ein Obdachloser in der Nähe einer Taxireihe. Der Notarzt stellte fest, dass der nicht identifizierte Mann erfroren ist. Ein weiteres Opfer der Eiseskälte war eine Katze, die sich auf der Suche nach einem warmen Platz unter ein Auto geschlichen hatte.

Flüge von und nach Johannesburg fielen für viele Stunden aus, weil Eis und Schnee die Flugzeuge bedeckten. Servicekräfte waren unermüdlich dabei, die Maschinen zu enteisen. Von den Ausfällen waren auch viele Flüge nach Kapstadt betroffen.

In Kwa Zulu Natal, wo vor zwei Tagen Brände einen Schaden von 1 Billion Rand verursacht hatten, setzte ebenfalls heftiger Schneefall ein. Gehöfte und Häuser von Farmarbeitern in den Midlands und den Drakensbergen sowie riesige Flächen Busch und Vegetation waren von den Flammen zerstört worden und wurden nun vom Schnee zugedeckt. Am Montag starb ein Feuerwehrmann an einer Rauchvergiftung und ein Fahrer kam ums Leben, als sich sein Feuerwehrfahrzeug in der Nähe von Fort Nottingham überschlug.

 

In der Provinz Eastern Cape steckten Hunderte Fahrzeuge an den Bergpässen fest. Der Wetterdienst von Südafrika sprach eine Warnung aus, die Bergpässe zu befahren. Städte und Täler wie Maclear, Kokstad, Hogsback, Katberg und Rhodes waren eingeschneit und alle Straßen zu den Orten sowie aus den Tälern waren von Schneemassen blockiert. Ein Sprecher der Verwaltung teilte mit, dass sich die Situation total verändert hat. Anfang der Woche gab es unzählige Brände, jetzt wurde versucht, aus den sechs Regionen der Provinz Eastern Cape Informationen über die Lage nach den heftigen Schneefällen zu bekommen. Alle schweren Maschinen wurden gebraucht und eingesetzt, um die Straßen zu räumen und die festsitzenden Autofahrer zu befreien. Ein großer Teil der N3 zwischen Johannesburg und Durban war abgeschnitten. Mehr als 300 Busfahrgäste und 20 Lastwagenfahrer saßen zwischen Harding und Kokstad im Schnee fest. Die Busfahrgäste wurden in nahegelegenen Häusern untergebracht. Die Lastwagenfahrer konnten wegen der Ladung ihre Fahrzeuge nicht allein lassen. Die meisten Geschäfte ließen wegen der Kälte die Türen geschlossen.

 

Insgesamt fielen in Kokstad 20 cm Schnee, in den Bergen bis zu 40 cm. Die gesamte Region war mit einem weißen Tuch bedeckt. Die Skigebiete in den Drakensbergen hatten Hochsaison und trotz der Warnungen der Verkehrsbehörde fuhren einige auf die Passstraßen.

In Kapstadt waren 3400 Menschen und 29 inoffizielle Ansiedlungen von den heftigen Regenfällen betroffen oder wurden überflutet.

 

Schon einen Tag später war hier in Kapstadt das schönste Wetter und wir hatten Temperaturen von knapp über 20 Grad. Den Schnee konnten wir bei einem Besuch auf dem Tafelberg nur in den Ceresbergen in der Ferne sehen.

 

© Evelyn Barenbrügge